Urbanes Leben wieder beliebt

Verfasst von: Richard 0 Kommentare
Urban Lifestyle von CubaGallery/Flickr.com

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In Deutschland erfreut sich das urbane Leben wieder größerer Beliebtheit. Während die Städte gerade in den Nachkriegsjahren gemieden wurden und das Wort „Stadt“ an sich negativ besetzt war, ruft es nun, im 21. Jahrhundert,  wieder positive Gefühle hervor. Die Stadt sei demnach eine Kulturlandschaft mit infrastrukturellen und ästhetischen Attraktionen, ein komplexes bauliches und soziales Ballungszentrum. So überrascht es auch nicht, dass die Stadtplanung nicht von vorne herein von den nativen Stadtbewohnern verteufelt wird. Es gibt in Bekannten Kiezgegenden deutscher Großstädte, wie Berlin-Kreuzberg oder Hamburgs St. Pauli, einen Trend der Mitgestaltung. Das eigene Kiezbild kann von Bewohnern teilweise beeinflusst werden, indem diese in Kooperation mit Architekten bereits bestehende Häuser umbauen oder beim Entwerfen neuer mitwirken können. Diese aktive Partizipation habe den Vorteil unideologisch, offen und flexibel zu sein. Diese neue Art der Heimatbildun ist fast als eine Art Paradigmenwechsel zu interpretieren. Nur wirft sich die Frage auf, wer darf hier mitreden? Oder anders gefragt, ab wann habe ich mir als Anwohner das Recht „erwohnt“ mitzugestalten? Also wem gehört die Stadt oder der Kiez? Darauf detailliert zu antworten würde Bücher füllen und teilweise tief in die Philosophie abdriften, um es pragmatisch zu beantworten: Die Stadt gehört dem, der das Beste im Sinne einer repräsentativen Mehrheitsmeinung der Anwohner für seinen Kiez will, dies setzt voraus, dass derjenige diese kennt und somit schon länger dort wohnt. Sind Städte also egoistisch? Sie nur nach ihren subjektiven Bedürfnissen zu prägen, ohne konkrete Einbeziehung Dritter könnte so ausgelegt werden. Dem wäre zu entgegnen, dass man seinen Wohnort zuerst nach eigenen Vorstellungen zu verändern versucht, erst wenn eine Art kollektive Zufriedenheit enstanden ist, könne man sich also um die Bedürfnisse Dritter kümmern. Das lässt sich an folgendem Beispiel sehr gut veranschaulichen: Sie richten ihre Wohnung auch erst so ein, dass Sie sich darin wohlfühlen und nicht primär so, dass eventuelle Gäste dort ihr Glück finden. Sind Sie deshalb egoistisch?

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