‘Multiple City’ in München

Verfasst von: Willi 0 Kommentare
Innenstadt München von cja0201/Flickr.com

Innenstadt München von cja0201/Flickr.com

In der Pinakothek (der Bildersammlung) der Moderne in München soll der Orientierungslosigkeit der ideologischen Konzepte der Stadtplanung der vergangenen 100 Jahre entgegengewirkt werden.

Durch Gegenüberstellung von historischer Theorie und gegenwärtiger Realität auf Fotos soll Struktur in das „Wirr-Warr“ der Stadtplanung gebracht werden. Bruno Taut beispielsweise wollte nach dem Ersten Weltkrieg die Stadt mehr in die Natur einbetten, er nannte es Stadt-Landschaft. Ähnliche Trends sind heute zu beobachten, es wird eine Analogie mittels der ausgestellten Bilder hergestellt.

Doch nicht nur tatsächlich umgesetzte Vorstellungen werden in der Pinakothek ausgestellt, auch die Optimalvorstellung, eine Idealstadt nach Lucio Costa von 1957 wird gezeigt. Er hatte die Vision von Brasilia, eine Hauptstadt mitten im Urwald. Was wie eine Utopie anmutet ist in Shanghai oder Dubai in ähnlicher Weise Realität geworden.

Um 1900 gab es ganz andere Trends, die Stadt als Garten nach Richard Riemerschmid wurde in Dresden-Hellerau umgesetzt. Kurz darauf setzte sich aber die pragmatischen Vorstellungen der Funktionalisten im Bauhausstil durch.

Heutzutage versucht man sich nicht auf eine Stilrichtung, oder eine Funktionsweise von Städten festzulegen. Das Stichwort „multiple Stadt“ steht für Heterogenität der Stilrichtungen und ein „ineinander Überfließen“ der Funktionsweisen einer modernen Stadt, frei nach dem Credo des griechischen Philosophen Heraklit: panta rhei – alles fließt . Während man 1930 in Budapest noch versuchte die Stadt strikt in vier Funktionszonen (Wohnen, Arbeit, Freizeit, Verkehr) zu gliedern, so soll nun alles überall sein. Zwar ist in den Köpfen vieler Menschen der Moderne immer noch der Gedanke „in der Innenstadt arbeitet man oder geht da einkaufen, aber man wohnt nicht dort“ verankert, doch vermuten Soziologen eine Art Paradigmenwechsel hin zur „multiplen Stadt“ in Zukunft.

Zusammenfassen lässt sich die Ausstellung und die Entwicklungen der Städte im Wandel der Zeiten mit dem Erfahrungswert: Die Menschen werden Städte immer nach ihren Bedürfnissen umgestalten.

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