Liebe deine Stadt – Projekt in Köln

Verfasst von: Richard 0 Kommentare
Köln bei Nacht von Mats Martinsohn/Flickr.com

Köln bei Nacht von Mats Martinsohn/Flickr.com

Heimat ist etwas wichtiges im Leben eines Menschen. Der Heimat fühlt man sich verbunden, man weiß, irgendwo hinzugehören und kann sich selbst geografisch zuordnen. Deshalb wird Heimat von vielen Dichtern, Sängern und Literaten hoch gepriesen. Jeder weiß, dass er seine Heimat schätzt… doch warum eigentlich?

Diese Frage stellt sich kaum jemand. Fragt man beispielsweise einen Kölner, was er an seiner Stadt liebt, so wird er wahrscheinlich nach einigem Überlegen antworten, dass er das Veedel liebt, natürlich auch das Kölsch und wohl auch die markante Kölner Mundart. Auch der Karneval wird sicherlich lobgepriesen. Es geht also vorrangig um die Atmosphäre der Stadt. Fragt man nach beliebten Gebäuden, so wird natürlich prompt der Dom aufgezählt. Dieser wird von den Kölner geliebt, ist er doch ein weltbekanntes Wahrzeichen. Auch zu ein paar romanischen Kirchen haben die Kölner einen Bezug, vielleicht identifiziert sich der ein oder andere auch mit dem römisch-germanischen Museum. Doch weiter geht es meist nicht. Vor allem Bauten der Nachkriegsarchitektur bleiben oft unbeachtet. Als im Herbst 2002 der Abriss des Josef-Haubrich-Forums am Neumarkt für Furore sorgte und auch das Kölner Opernensemble mitsamt Schauspielhaus von der Abrissbirne bedroht war, initiierte der Künstler Merlin Bauer das Projekt „Liebe deine Stadt“. Zum Auftakt des Projektes wurde ein großer leuchtend roter Schriftzug am Kölner Rheinpavillon angebracht. Mittlerweile ist dieser zur Nord-Süd-Fahrt umgezogen und befindet sich dicht beim Opernensemble.

Mit dem Projekt will Bauer bewirken, dass die Bevölkerung Kölns und auch Menschen darüber hinaus wieder einen Sinn für die jüngere Geschichte der Stadt entwickeln. Exemplarisch werden Bauten der Nachkriegsarchitektur vorgestellt, welche dadurch wieder in das Bewusstsein der Menschen rückten. Seit Mai 2005 werden nun herausragende Gebäude der 50er und 60er-Jahre mit riesigen Preisschleifen versehen. Hierdurch erlangen sie mehr Aufmerksamkeit. Die Schleifen wandern dabei von Gebäude zu Gebäude.

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